Heute bin ich sehr früh aufgewacht und die Spuren von gestern Abend waren über Nacht verschwunden. Nichts, keine Pflanze und kein Stück Erdboden war noch nass. Alles blühte, es roch nach Pflanzen und die ersten Tiere fingen an Geräusche zu machen. Ein wunderbarer Morgen für mich. Es war noch relativ kalt (man konnte trotzdem im T-shirt rumlaufen), aber dafür tat die Sonne auf der Haut sagenhaft gut. Zum Frühstück gab es Ei, Brot mit verschiedenen Belägen, Cornflakes, Teigtaschen, eine Art Pfannkuchen und natürlich das Nationalgericht „Gallo pinto“, also Reis mit Bohnen. Danach mussten wir uns alle im Versammlungsraum zusammenfinden und ich erkannte zwischen all den Leuten neue Gesichter. Über Nacht war anscheinend eine Gruppe aus Dänemark angekommen, die den Flug in Miami verpasst hatten und 16 Stunden dort am Flughafen warten mussten. Jetzt haben wir hier Amerikaner, Kanadier, Isländer, Deutsche, Italiener, Schweizer, Holländer, Finnländer, Leute aus Dänemark, Schweden, Ungarn und eine einzige aus Indien, die die erste Inderin ist, die nach Costa Rica gegangen ist. Wir bekamen Infos über unser Verhalten in den Gastfamilien, in den Schulen, außerhalb der Schulen, was wir in verschiedenen Situationen zu beachten haben, wie wir mit Problemen umgehen sollen, Regeln die wir befolgen sollen und vieles mehr. Danach wurden wir in Gruppen aufgeteilt und sprachen über Stereotypen, Vorurteile, unsere Ängste und Erwartungen und über die Kultur Costa Ricas.
Später am Nachmittag kam der Präsident von AFS in Costa Rica und hat sich vorgestellt und mit uns ein paar Gruppenspiele gespielt. Er war sehr sympatisch und fröhlich und hat uns erzählt, dass AFS dieses Jahr 100 Jahre alt wird.
Und morgen ist endlich der große, langersehnte Moment gekommen: Ich lerne meine Gastfamilie das erste Mal persönlich kennen. Ich bin sehr aufgeregt und freue mich insbesondere auf meine Gastschwestern. Wir werden alle mit verschiedenen Bussen direkt vor die Hasutür gebracht. Ich frage mich ständig, wie ich die verschiedenen Familienmitglieder begrüßen soll und ob ich genug Spanisch sprechen kann um mich richtig zu bedanken und ihnen zu sagen, wie sehr ich mich freue, dass sie mich aufnehmen wollen und dass ich mich sehr freue sie alle kennen zu lernen. Aber das werde ich leider erst morgen erfahren!