Eine Freundin fürs Leben

Vor über 2 Wochen sind die alten Austauschschüler abgereist. Ein Tag davor, habe ich meine beste Freundin hier besucht, um ihr auf Wiedersehen zu sagen. Wir saßen in ihrem chaotischen Zimmer und redeten fast 2 Stunden lang. Als ich gehen musste, umarmte sie mich mindestens 5 mal und als ich mich langsam von ihrem Haus entfernte, mich nochmal umdrehte und sie ins Haus gehen sah, liefen mir ein paar Tränen runter. Auf meinem Nachhauseweg las ich ihren Brief, den sie mir gegeben hatte und fing an zu weinen. Ich habe in so einer kurzen Zeit eine echte Freundin gefunden und es war nicht sicher ob ich sie jemals wiedersehen würde. Sie hat mir erzählt, dass sie vielleicht in diesem Sommer nach Berlin kommen würde, was mich unendlich freuen würde, aber das ist noch nicht klar. Seit sie weg ist, schreiben wir fast jeden Tag und sie erzählt mir wie es ihr geht. Sie hat mir erzähl, dass es ihr nicht gut geht, da sie kein Spanisch mehr sprechen kann und sie nicht mehr die Freiheit hat, die sie in Costa Rica hatte. Japan ist nochmal ein riesiger Unterschied zu Deutschland und ich kann mir vorstellen, dass es für meine Freundin ein großer Schock war zurückzukommen.
Außerdem fehlt hier in Paraiso entwas, seit sie weg ist. Ich konnte immer zu ihr, wenn ich langeweile hatte und ich konnte ihr alles erzählen. Vor Allem konnte sie mir in jeder Hinsicht guten Rat geben, da sie ja schon viel länger hier war als ich.

Am nächsten Tag verabschiedete ich dann mit der Italienerin die blieb, meine andere gute Freundin. Als sie ins Auto stieg, realisierte ich noch gar nicht, dass sie wirklich jetzt wegfuhr. Ich musste im ersten Moment auch nicht weinen, aber als ich meine eine Freundin neen mir weinen sah, liefen bei mir auch die Tränen.
Selbst jetzt fühlt es sich noch nicht so schmerzhaft an, dass sie nicht mehr da sind, aber wenn ich wirklich darüber nachdenke, werde ich traurig.

Diese Verabschiedung hat mir zudem noch gezeigt, dass ich auch bald an der Reihe bin, aber daran will ich wirklich nicht viel denken.

Ferien

Die Ferien verbringe ich nicht sehr spannend. Bis jetzt habe ich eigentlich die ganze Zeit in Paraiso verbracht, mit kleinen Ausflügen nach Cartago oder San Jose. Ich habe noch ungefähr 2 Wochen vor mir, in denen ich an den Strand fahren will, in einige Museen in San Jose gehen möchte und mit ein paar Freunden ins Freibad gehen will.

Silvester ist genau wie Weihnachten anders ausgefallen als ich es kenne. Meine Familie und ich waren um 8 für 2-3 Stunden bei der Italienerin zu Hause, haben gegessen, etwas getrunken und uns ein frohes neues Jahr gewünscht. Die restlichen 1 1/2 Stunden verbrachte ich dann in meinem Zimmer und als der Countdown zur 12 in Radio lief und es endlich 12 schlug, wünschten meine Familie und ich uns gegenseitig ein frohes Neues und da sie dann alle direkt schlafen gingen, tat ich das auch. Wir haben nicht mal ein bisschen Feuerwerk abgeschossen, noch zugeschaut wie der Himmel dadurch erleuchtet wurde. Aber ich war nicht traurig darüber, das Silvester nur bedeutet, dass ein Jahr vorbei ist und ein neues Jahr anfängt. Im Moment, als ich ins Bett ging, wurde mir dann bewusst, dass mir nur noch 6 Monate bleiben und genau 12 Tage bis zur Abreise der anderen, die entweder nur für ein halbes Jahr blieben oder die, die schon seit Februar hier sind.
Bald aber kommen auch die neuen Austauschschüler nach Paraiso und Umgebung. Ein Mädchen aus Österrich, die auch hier zu Schule gehen wird, eine Deutsche, die Freiwilligenarbeit mit Kindern macht und ein Japaner, der aber ich Cachi (ca. 30-40 min. von hier entfernt) wohnen wird.