Wettkampf

Die letzten zwei Wochen haben wir beim Taekwondo beinahe nur Formen (Poomsae) geübt, da am letzten Sonntag ein Poomsae-Wettkampf stattgefunden hat. Mein Lehrer wollte, dass ich unbedingt daran teilnehme. In Deutschland war ich noch nie auf einem Wettkampf und natürlich war ich aufgeregt, da es eine ganz neue Erfahrung werden würde. Im nachhinein war ich jedoch ein bisschen zu aufgeregt, da es sehr schnell vorbei ging und kein großes Spektakel über irgendwas gemacht wurde.
Ich stand also am Sonntag um 5:30 auf, da wir uns um 6:20 vor dem Fitnessstudio treffen würden. Wir fuhren mit einem gemieteten Bus Richtung San José. Auf der Fahrt genoss ich die Aussicht und den Fakt, endlich mal weiter aus Paraíso rauszukommen. Nach 2 Stunden kamen wir vor einer relativ großen Halle an. Sie war aufgebaut wie ein Stadion, denn sie hatte Sitzplätze auf jeder Seite. In der Mitte waren zwei Matten hingelegt, die mit Tischen und Stühlen für die Jury umrundet waren. Am Rand gab es noch einen Bereich, indem man sich aufwärmen und nochmal seine Form durchgehen konnte. Die Halle war schon gefüllt mit vielen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die alle weiße Anzüge trugen und alle verschiedene Gürtelfarben hatten. Unsere Gruppe zog sich auch schnell um, da nicht mehr viel Zeit fehlte, bis es los ging. An der Wand neben den Umkleiden war eine Liste mit all den Namen und den dazugehörigen Nummern. Meine Nummer war 35, was bedeutete, dass ich noch ein bisschen Zeit hatte. Ich wärmte mich also auf und ging nocheinmal meine Form durch. Ich wusste, dass ich sie sicher konnte, aber unter Stress und Aufregung habe ich schon einigen Sachen vergessen und ich war viel zu aufgeregt. Ich trat gegen noch zwei Mädchen an, die in meinem Alter zu sein schienen. Die zwei Mädchen waren zuerst dran. Sie musste beide vor der Jury, die aus 3 Leuten bestand, die 7 Poomsae (Form) vormachen. Als sie fertig waren, erklang ein Pfiff und die Jury musste entweder den rechten oder den linken Arm heben, je nach dem, welche Seite ihnen besser gefallen hatte. Die Siegerin der beiden, musste anschließend mit mir die 8. Poomsae laufen. Ich trat an den Rand der Matten, mein Lehrer wünschte mir viel Glück und ich ging in die Mitte der Matten. Eine am Rand stehende Frau sagte die Wörter, die man als Begrüßung sagt und zu denen man sich verbeugt. Als es losging, vergaß ich einfach alle um mich herum und konzentrierte mich auf meine Tritte und Schläge. Alles in Allem dauerte es vielleicht maximal 2 Minuten, bis ich die Matte wieder verlassen durfte. Ich schüttelte meiner Partnerin die Hand und wir gingen zur Siegerehrung. Ich gewann Silber. Von der Ankunft, bis hin zu meiner Siegerehrung waren gerade mal 1 1/2  Stunden vergangen. Ich zog mich also um und schaute den anderen zu. Das wurde aber auf die dauert langweilig und ich machte mich auf den Weg mit ein paar anderen aus meiner Gruppe in die nahegelegene Stadt um etwas zu Essen zu kaufen. Als wir zurück kamen, waren die mit den höheren Gürteln dran. Manche machten die Poomse alleine vor, andere traten in 3-er Gruppen an. Es fühlte sich ewig an, aber mein Lehrer meinte, dass wir vielleicht einen Gruppenpreis gewinnen würden und wir deswegen warten. Und er hatte Recht. Wir gewannen den 3. Platz von allen Akademien, die an diesem Tag anwesend waren. Es wurden ein paar Fotos gemacht und dann ging es endlich nach Hause. Auf dem Weg machten wir Fotos von den Personen die eingeschlafen waren und ruhten uns selber ein bisschen aus. Es war ein anstrengender, langer, aber interessanter Tag mit neuen Erfahrungen für mich, die ich sehr genossen habe.

Ein Gedanke zu „Wettkampf“

  1. „Auf der (Hin)Fahrt genoss ich die Aussicht“ haahahahha ist klar. du hättest eigentlich schreiben müssen „Auf der (Hin)Fahrt tyrannisierte ich meine beste Freundin mit Whatsappnachrichten, weil mir langweilig war.“.

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