Gestern waren meine Gastmutter, mein kleiner Gastbruder und ich am Start der Parade für den Unabhängigkeitstag. Mein kleiner Gastbruder sollte nämlich als Teufel mitlaufen. Er war in rot und schwarz gekleidet und hatte eine selbstgebastelte Teufelsmaske an. Es waren etliche Frauen mit ihren kleinen Söhnen und Töchtern da, die sich alle extra mit den Farben der costarikanischen Flagge angezogen hatten. Wo man auch hinguckte sah man nur blaue oder rote Hosen oder Röcke (manchmal natürlich auch Kleider) mit blauen, roten oder weißen T-shirts. Dazu die passenden Schuhe mit der Farbe die noch fehlte. Nach 1 Stunde rumstehen und den Paradeabschnitten beim Vorbereiten zuzusehen ging es endlich los. Meine Gastmutter und ich gingen neben dem Paradenabschnitt her in dem mein Gastbruder ging. Sie wollte ihn die ganze Zeit dazu animieren zu tanzen, aber er wollte nicht. Manchmal gingen wir ein bisschen vor oder blieben ein wenig zurück um auch die anderen Kinder und Jugendlichen zu sehen. Wie an meinem ersten Abend in Paraíso waren dort sehr viele talentierte Kinder, die auf Trommeln und tragbaren Xylophonen spielten oder junge Mädchen die mit den typischen, langen, eleganten Kleidern zu der Musik tanzten. Als wir der Stadtmitte bzw. dem zentralen Platz näher kamen wurden es immer mehr Leute die sich am Rande des Geschehens, also am Straßenrand zusammendrückten. Alle waren gut gelaunt und feierten den Unabhängigkeitstag fröhlich und gelassen.