Bis vor ein paar Monaten habe ich mir noch nicht viele Gedanken über mein Entschluss ein Auslandsjahr zu machen gemacht. Ich hatte mich zwar schon beworben, wurde angenommen und das erste Vorbereitungswochenende stand an, aber mir war noch nicht bewusst was für ein Schritt ich bald wagen würde. Ich würde ganz auf mich allein gestellt sein. Als ich anfing darüber nach zu denken entstanden Zweifel und Angst, ob ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Ich malte mir aus, dass ich mich mit meiner Gastfamilie nicht verstehen und dass ich dieses Jahr nicht überstehen würde. Ich stellte mir unzählige Fragen wie: „Werde ich mich an das Essen gewöhnen?“, „Werde ich mich an das Klima gewöhnen?“, „Werde ich mich mit meiner Gastfamilie verstehen?“, „Gewöhne ich mich an diese komplette Umstellung?“, “ Bin ich wirklich auf diesen Schritt vorbereitet?“ oder „Was ist wenn ich keine Freunde finde?“. Ich hatte auch große Angst, dass ich mich von meiner besten Freundin, die ich schon seit 15 Jahren kenne, entfernen würde und dass unsere Freundschaft, die mir unendlich wichtig ist, in diesem Jahr zerbrechen würde.
Doch als ich die erste Vorbereitung, die sehr viel Spaß gemacht hat, hinter mir hatte, waren ein paar Sorgen verschwunden und sie verschwanden nach jeder Vorbereitung mehr. Ich freute mich auf das Unbekannte und konnte es gar nicht mehr erwarten endlich zu packen und los zu fahren. Dieses Gefühl verstärkte sich auch, als ich die ersten Details über meine Gastfamilie erfahren habe. Sie passt perfekt zu mir! (Hier findest du die Infos zu meiner Gastfamilie) Außerdem haben mir meine Eltern sehr viel Mut gemacht und mir eingeflößt, dass ich es mein Leben lang bereuen würde, wenn ich dieses Jahr nicht machen würde und dass ich eine unvergessliche Erfahrung machen werde. Nach und nach habe ich ihnen geglaubt und auch die Angst um die Freundschaft mit meiner besten Freundin wurde weniger. Ich weiß jetzt, und das ist mir erst wirklich in den letzten Wochen und Monaten klar geworden, dass unsere Freundschaft so stark ist, dass sie selbst mehrer Jahre überstehen würde. Natürlich sind bis heute noch Ängste geblieben, da ich mir nicht vorstellen kann, so lange Zeit von meiner Familie, besonders von meinem kleinen Halbbruder und meinen Freunden getrennt zu sein aber ich weiß mittlerweile, dass es das unvergesslichste Jahr meines Lebens wird und das ich viel erfahren und lernen werde.
Und morgen ist es soweit. Morgen fahren wir (Meine Mutter, mein Vater, meine Schwester, meine beste Freundin und ich) nach Frankfurt, da der Flug am Freitag, also übermorgen, sehr früh geht. Mein Koffer ist noch nicht ganz gepackt, bzw. er ist gepackt aber zu schwer und ich muss entweder Sachen aussortieren oder manche Sachen in einen zweiten Koffer packen, den ich dann als Handgepäck mitnehme. Heute ist der letzte Abend zu Hause und morgen früh sehe ich meinen Halbbruder zum letzten Mal. Von meinen Schulfreunden habe ich mich schon verabschiedet und Personen, denen ich noch etwas sagen will, habe ich einen Brief geschrieben. Ich bin sehr gespannt auf meine Gastfamilie und freue mich auf den Flug und die Leute, die ich auf den Vorbereitungen kennengelernt habe, wieder zu sehen.