So langsam verliebe ich mich in alles, was in meiner Umgebung ist. Die Leute, die Stadt, das Leben hier. Letzte Woche habe ich sehr viel Zeit mit allen anderen Austauschschülern, die auf unserer Schule sind, verbracht und wenn ich sie ansehe, schmerzt es in meinem Herz. Es ist komisch, da ich sie erst so kurze Zeit kenne, aber wir verstehen uns alle total gut und haben alle etwas gemeinsam. Dieses Auslandsjahr. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich sie in weniger als 1 Jahr nie mehr wieder sehen werde. Jedes Mal, wenn wir irgendeine AFS-Verantstaltung haben und alle Austauschschüler anwesend sind, könnte ich anfangen zu weinen. Es ist wahrscheinlich für andere, die nicht soetwas erleben was ich gerade erlebe, schwer vorstellbar so zu empfinden, aber diese Gemeinsamkeit, ein Jahr auf sich alleine gestellt zu sein, Ängste zu haben, Problemen gegenüber zu stehen, Lösungen zu finden, anfangen hier lieben zu lernen und so weiter, schweißt unglaublich zusammen.
Auch in die Stadt verliebe ich mich und ich kann mir nicht mehr vorstellen hier weg zu gehen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal ein Dorf lieben lerne. Als ich vor meinem Auslandsjahr darüber nachdachte in ein kleines Dorf zu kommen, wo man alles zu Fuß in 10 min. erreichen kann, konnte ich mir dass nicht vorstellen. Ich dachte, dass es auf die Dauer sehr langweilig werden würde und ich das hassen würde. Aber das tue ich definitiv nicht. Alles notwendige, was man im Alltag braucht, kann man hier kaufen und wenn man mal neue Klamotten braucht oder Möbel etc., dann fährt man halt mal 30 min. mit dem Bus in die nächste größere Stadt.
In Deutschland werde ich auch wahrscheinlich nicht so oft Sport machen können wie hier. 1. Da ich wahrscheinlich viel zu sehr im Abi-stress sein werde und 2. weil ich viel zu lange zum Training fahren muss. Es ist so angenehm und irgendwie erholend hier zu leben, dass ich mir nicht mehr vorstellen kann ohne das alles hier zu leben. Und auch die Leute beim Taekwondo fangen an mir so richtig ans Herz zu wachsen. Natürlich mag ich auch die Leute aus meiner Klasse, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass sie sich nicht wirklich für mich interessieren. Die Leute beim Taekwondo sind alle so nett und ich laufe ganz oft mit einem Jungen, den ich dort kennengelernt habe und der auch auf meine Schule geht, nach Hause. Und es macht Spaß sich auf Spanisch zu unterhalten. Vor allem dann, wenn du auch viel sagen kannst und du ein echtes Gespräch hinbekommst.
Es macht mich so unglaublich traurig, sowiele unglaublich tolle Menschen und soviel Nächstenliebe um mich zu haben. In manchen Punkten vermisse ich Deutschland und mein Zuhause dort schon, aber viele der anfänglich Sachen die ich vermisst habe, haben sich geändert. Ich kann das alles eigentlich garnicht beschreiben und ich weiß, dass es für viele, die dies hier lesen, fast gar nicht vorstellbar ist, wie ich mich gerade fühle, aber das einzige was ich sagen kann ist, dass man Deutschland und die Unterschiede zu anderen Ländern erst wirklich kennenlernt, wenn man in diesem Land lebt. Man lernt sich besser kennen, man erfährt andere Arten von Liebe, die man sich nie zugetraut hätte bzw. von der man nie wusste, dass es sie gibt und es ist einfach das schönste Gefühl, dass man haben kann.
3 Gedanken zu „Ans Herz wachsen“
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Es ist so unglaublich schön zu lesen, wie Du Dich veränderst, die Welt um Dich herum wahrnimmst und aufsaugst und Deine Zeit wirklich nutzt. In Deinem ganzen Leben wird dieses Jahr immer einen ganz wichtigen Teil einnehmen,von dem Du viel zehren kannst und der Dich hoffentlich immer wieder zum Lächeln bringt.
unglaublich schöner blogpost 🙂
Hey Lana,
es ist schön, zu wissen, daß es Di gut geht. Du sagst zwar, daß Du gar nicht beschreiben kannst, wie Du Dich fühlst, aber ich finde, daß es Dir sehr gut gelungen ist :-).
Wenn Du schreibst, daß Du weinen mußr, wenn Du daraus denkst, daß Du die anderen Austauschschüler bald noch mehr sehen wirst, dann denk doch einmal dran, daß Du später fast überall auf der Welt Freunde hast, die Du auch mal besuchen kannst und von denen sicher auch einige ´mal nach Berlin kommen!
P.S.: Philipp erzählt immer noch von Dir und wollte z.B auch nicht ohne Dich in den Zirkus.