1 Monat

Ab heute bin ich genau einen Monat in Costa Rica und genau 4 Wochen bei meiner Gastfamilie. In diesen Wochen habe ich die unterschiedlichsten Emotionen durchlebt. Von Traurigkeit und Verlassenheit zu Fröhlichkeit und Leichtigkeit. Für diese Wochen habe ich schon unglaublich viel gelernt und erlebt, auch wenn ich hier nur den normalen Alltag bestreiten muss. Es ist dennoch etwas völlig anderes. Ich lerne langsam die Denkweise der Leute hier kennen und es erfüllt mich mit Traurigkeit, dass nicht alle Menschen die ich kenne so denken, wie die Leute hier. Man muss es selber erleben, um sich vorstellen zu können, wie anders die Leute in anderen Ländern ticken. Es ist so erfrischend, mal andere Denkweisen und Arten kennen zu lernen und ständig um sich zu haben. Ich werde mir von Tag zu Tag sicherer, dass es der beste Schritt in meinem Leben war, auch wenn er sehr schwierig war, ein Auslandsjahr zu machen. Man muss ein gewisses Maß an Durchhaltevermögen haben, um die ersten Wochen, genauer gesagt Tage, zu überstehen. Es hat immer wieder Kraft gekostet gegen die negativen Gefühle an zu kämpfen und sie schließlich zu verdrängen und sie durch positive zu ersetzen. Aber wenn man das geschaft hat, fühlt man sich endlich frei und kann alles Neue genießen. Und ich glaube ich habe dies in der letzten Woche geschafft!

In dieser Woche ist nicht viel passiert. 5 normale Schultage und jetzt dieses Wochenende. Gestern war ich bei einer Austauschschülerin aus Japan zu Hause, da sie ein Essen verantstaltet hat. Jeder Austauschschüler muss ein Mal für die anderen kochen und sie war als erste dran. Wir waren ca. 20 Leute und saßen im Esszimmer in einem Kreis. Wir haben uns unterhalten und bekamen das Essen auf die Hand serviert. Da das Mädchen aus Japan ist aber auch Wurzeln in Rumänien hat, gab es typisch rumänisches Essen. Allen hat es sehr geschmeckt und ich bin schon gespannt, was die anderen Teilnehmer kochen werden. Ich habe noch keine Ahnung, was ich typisch deutsches kochen soll, aber ich habe noch viel Zeit mir etwas aus zu denken.
Ich habe gestern auch erfahren, dass ein neues Mädchen aus Deutschland auf unsere Schule kommen wird, die anscheinend die Gastfamilie gewechselt hat. Ich müsste sie vom Arival-Camp kennen, aber ihr Name kam mir nicht bekannt vor. Trotzdem freue ich mich, dass sie kommt, da wir im Oktober eine Präsentation vor der ganzen Schule über unser Land halten müssen und so kann ich mit ihr zusammen die Präsentation machen. Dazu müssen wir irgendetwas kreatives, wie singen oder tanzen, machen. Das heißt, dass wir vor der gesamten Schule irgendetwas deutsches singen oder tanzen müssen und ich habe keine Ahnung was wir da machen könnten.

Ich lebe mich hier langsam ein und es ist schön aber auch erschreckend fest zu stellen, dass man fast in der ganzen Stadt „berühmt“ ist. Ich bekomme tausende Freundschaftanfragen auf Facebook von Leuten die ich gar nicht kenne, aber die anscheinend auf die selbe Schule gehen wie ich und letztens war ich zu Fuß auf dem Weg in die Stadt und mich Grüßte ein älterer Mann, den ich nicht kannte, aber als ich an ihm vorbei war, hörte ich noch wie er zu seiner Frau sagte, dass ich Lana hieße und Deutsche bin. Es ist ein bisschen gruselig zu wissen, dass dich fast jeder kennt aber du niemanden.
In so einer kleinen Stadt ist es auch leicht irgendwo Stammkunde zu werden. In manchen Läden bin ich öfters und die Verkäufer fangen langsam an, mich immer nett zu Grüßen und zu fragen wie es mir geht. Ich liebe sowas. Das gibt einem das Gefühl wirklich dazu zu gehören.

In 2 Wochen gibt es einen gemeinsamen Ausflug vom AFS-Komitee in Paraíso. Alle Austauschschüler und deren Familien die in Paraíso wohnen, wurden eingeladen an einem Tagesausflug mit Wild-Wasser-Rafting teilzunehmen. Ich werde das auf jeden Fall machen aber meine Familie kann leider nicht mitkommen, da es für sie zu teuer wäre. Trotzdem freue ich mich immer wieder mit den anderen Austauschschülern in Paraíso etwas zu unternehmen. Das gibt immer wieder die Möglichkeit, sich über seine Erfahrungen und Erlebnisse aus zu tauschen.

2 Gedanken zu „1 Monat“

  1. lana! ich bin froh dass es dir so gut geht dass du jetzt glücklich bist und dich eingelebt hast! ich liebe es deine texte zu lesen und freue mich immer wenn du etwas neues geschrieben hast. du schreibst so offen und echt, ich bewundere dich dafür und für deinen mut in dieses erstmal fremde land zu gehen.
    alles alles liebe, lou

Schreibe einen Kommentar